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Interview (Musik)Blättern: Vorheriger Artikel | Nächster Artikel

HOLLY LOOSE: Das "Kabinett des Glücks"

Ein guter Künstler drückt sich auf verschiedenen Ebenen aus. So verwundert es auch nicht, dass Holly Loose neben seiner Sangestätigkeit für die Letzte Instanz mittlerweile ein zweites Soloalbum namens Memoria verlöffentlicht hat. Über die Gründe und Hintergründe dieses Projekts haben wir Holly einfach mal in einem kleinen Interview ausgefragt, welches Ihr hier lesen könnt:

Otti:
Viele kennen Dich ja als Sänger von Letzte Instanz. Nun hast Du Dich seinerzeit mit Melancholia erstmals auf die berühmten "Solopfade" begeben. Was waren die Beweggründe hierfür?

Holly:
Ich trage den Gedanken schon sehr, sehr lange mit mir herum. Zwar mache ich natürlich mit meinen Kollegen von Letzte Instanz Musik, die auch mir gefällt und die Texte sind zu einem großen Teil auch durch meine Hände geflossen, doch ist eine "basisdemokratische" Band immer auch ein Kompromiss. Mit einem Soloprojekt kann ich wirklich machen, was ich will und muss auch dafür allein grade stehen.

Holly Loose
"Jede Veröffentlichung ist aufregend, egal ob es die erste oder die zehnte ist."

Otti:
Der Nachfolger Memoria steht mittlerweile in den Regalen, was uns dazu inspiriert hat, dieses Interview anzugehen. Wenn man soviel erreicht, erlebt und veröffentlicht hat, wie Du in deinem Leben - welche Emotionen gehen dann noch mit einem solchen Release einher?

Holly:
Jede Veröffentlichung ist aufregend, egal ob es die erste oder die zehnte ist. Bei jeder Veröffentlichung öffnest auch du dich neu und die Nerven liegen blank.

Otti:
In Bezug auf Melancholia, wo sind die Verbindungspunkte zu Memoria, und was am neuen Album ist vollkommen neu und unabhängig zum Vorgänger?

Holly:
Das Grundthema. Es ist nicht ganz so schwer wie eben auf Melancholia. Die Instrumentierung jedoch ist gleich geblieben. Mit meinem "Kabinett des Glücks" bin ich ziemlich gut aufgestellt, was fähige Musiker und Sängerinnen betrifft.

Otti:
Welche Menschen, Mitmusiker und sonstigen Wegbegleiter haben entscheidenden Anteil an Deiner "Soloarbeit"?

Holly:
Das sind im Einzelnen erstmal meine Frau, dann meine große Tochter, alsbald in der Gesangsriege komplettiert durch Frau Schmitt, die auch Violine in vielen Stücken spielt. Ihr Mann Sebastian ist als Schlagzeuger und Technik-As mit im Boot. An den Tasten sitzt Georg und die Gitarre spielt Stephan.
Auch wenn ich sozusagen der Bestimmer bin, trägt jeder einzelne Mitmusiker mit seiner eigenen Art der Interpretation dazu bei, dass eben auch sein eigenes Gewürz mit hinein kommt.

Otti:
Memoria enthält viele tolle Stücke, die neben der unaufgeregten, aber passenden Musik vor allem von der Lyrik leben - zu viele, um auf alle einzugehen. Besonders ergreifend finde ich gleichwohl Der Hund, daher wüsste ich gerne: Wie ist dieser Song entstanden?

Holly:
Dieses Lied ist eine Coverversion des gleichnamigen Stückes, geschrieben von Dirk Zöllner und Werner Karma. Ich habe das Stück zum ersten Mal auf einem Konzert von Dirk gehört und ich hatte Tränen in den Augen. Solch ein Stück muss in die Welt getragen werden.

Otti:
Ein sehr tiefgreifendes Lied ist auf jeden Fall Mama. Kostet es nicht auch Überwindung, so persönliche Gedanken einem Publikum zugänglich zu machen?

Holly:
Nein. In erster Linie mache ich es damit mir zugänglich. Dass das auch andere Leute hören, daran denke ich im ersten Moment gar nicht.

Otti:
In Die Namen von Millionen erzählst Du nicht nur die bewegende Geschichte einer Frau, die aus ihrer Heimat fliehen musste, sondern stellst einige der großen Fragen in Bezug auf die Weltgemeinschaft. Hast Du irgendeine plausible Erklärung, warum es hierfür noch immer keine zufriedenstellenden Antworten gibt?

Holly:
Leider nein. Hätte ich sie, gründete ich schon lange eine Partei.

Otti:
Ein Lied wie Lieb Vaterland covert man natürlich auch nicht ohne Grund. Was bedeutet das Lied für Dich?

Holly:
Ich möchte keinen Krieg. Bitte nie wieder. Nicht hier, und nicht woanders. Es zerreißt mir das Herz, wenn ich nur daran denke, dass meiner Familie ein Leid geschehen könnte, nur weil andere, dumme Menschen Scheiße bauen.

Otti:
Und was ist Deine liebste Erinnerung an gemeinsame Momente mit In Extremo als Gesamtes oder einzelnen Bandmitgliedern?

Holly:
So große Berührungspunkte haben wir gar nicht. Man sieht sich manchmal bei Festivals oder Konzerten befreundeter Bands und Kollegen. Doch wenn, dann ist es herzlich.

Otti:
Bei Deinen Texten - sowohl Solo, als auch mit LI - spürt man Deine tiefe Liebe zur Poesie. Welche Dichter und Poeten haben Dich besonders geprägt und fasziniert?

Holly:
Oh. Da gibt es einige. Aktuell sind mir gerade Fontane und Hölderlin.

Otti:
Deine Solowerke finanzierst Du über Crowdfunding. Was hat Dich dazu bewogen? Und wo siehst Du die Vor- und Nachteile dieses Veröffentlichungsweges?

Holly:
Das stimmt nicht. Ich gehe lediglich in einen Vorverkauf und biete zwei Dinge an, einmal das normale Album und dann eine erweiterte Version sozusagen - bei Melancholia war es ein Hörbuch und bei Memoria waren es fünf Coversongs - als Supportervariante an. Der Vorteil dabei ist, das mit ein bisschen Glück die geringsten Kosten vor VÖ gedeckelt sind. Der Nachteil ist, das man plötzlich unter Zeitdruck steht und liefern muss.

Otti:
Konzerte der Letzten Instanz leben nicht zuletzt von den tollen Mitmach-Elementen, die Du vom Publikum "einforderst". Ein Solokonzert von Dir habe ich leider noch nie gesehen, stelle mir das aber eher gemütlich in einem kleinen Club oder einer Bar vor, oder liege ich da falsch? Wie interagierst Du da mit deinem Publikum?

Holly:
Es ist eher ein Programm für Sitzpublikum, also etwas für eine Kirche oder als Gegenpol dazu, für eine Bar. Da hast du Recht. Ich könnte mir das Programm aber mittlerweile auch auf einen Festival spät abends, wenn die Tanzkräfte erschöpft sind, vorstellen.

Otti:
Wie bewältigst Du generell den schmalen Grat zwischen Fannähe und der Wahrung deiner Privatsphäre?

Holly:
Ich habe Türen, die ich schließen kann. Und das bislang erst einmal widerlegte Urvertrauen, das die Leute um mich herum cool sind.

Otti:
Und mit Blick auf das frisch begonnene Jahr 2020, welche Gedanken und Gefühle herrschen da in Dir vor?

Holly:
Als selbstständiger Künstler herrscht zuweilen die Unsicherheit vor, was es in nächsten Monat wohl zu beißen gibt. Aber bislang habe ich gut überlebt. Solange es Frieden gibt und wir bei guter Gesundheit sind werden die Aufgaben wohl stemmbar sein.

Website:
www.holly-loose.com

Art des Interviews: Email
22.01.2020 by Otti

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