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THE OTHER: Fear Itself

Geiler Horrorpunk muss nicht immer aus den Staaten kommen, aber das haben die deutschen Jungs von The Other bereits auf fünf großartigen Alben bewiesen, wie auch auf The Devils You Know. Auf jedem einzelnen Longplayer hat die Band sich stets weiterentwickelt. 2013 war kein leichtes Jahr für die eingeschworene Combo, denn traurigerweise verließ Sarge von Rock die Truppe aber gleich zwei neue Mitglieder stiegen in den düsteren Reigen ein. Ben Crowe und Jack Saw zeigen jetzt neben Rod Usher, Viktor Sharp und Dr. Caligari, was sie können und hauen ihr neues und gereiftes Album Fear Itself raus.

Klar, wir starten mit einem horrormäßigen Intro, das der Namensträger des Albums darstellt. Fear Itself klimpert mit düsterem Klavier und flüsternen Stimmen durch die Boxen um dann treibend und laut mit Nie Mehr richtig fetzt. Ich muss zugeben, dass ich mit diesem Song sehr unglücklich bin. Es ist zwar schön, dass man auch mal seine Heimatsprache in den Vordergrund drückt und instrumental wie textlich kommt dieser Song schon geil, allerdings stehen Fronter Rod Usher die englischen Vocals einfach viel besser als die deutschen. So ist dieser Track zwar sehr treibend und eine absolute Mitsinghymne, der folgende Bloodsucker rockt aber einfach nochmal eine Nummer heftiger und baut sich vom rockigen Intro über eine coole Strophe zu einem sphärischen Pre-Chorus um dann mit einem hammermäßigen Refrain zu explodieren, der einfach jeden auf die Tanzfläche ziehen wird und einfach ziemlich viel Spaß macht. Dazu dann die drückende Bridge und wir haben einen genialen The Other-mäßigen Song. Mit Black Sails Against A Midnight Sky werden Instrumente und Gesang zum Maximum gepuscht und lassen das Haupthaar kreisen. Horrorpunk der Extraklasse. Nicht lang fackeln sondern direkt wieder rocken ist das Motto von Dreaming Of The Devil. Schön abwechslungreich und metallisch geil arrangiert knallt der Track einem um die Ohren und darf gerne mitgesungen werden.
Ein absolutes Highlight auf Fear Itself ist dann der folgende Doll Island - Isla De Las Muñecas. Hier geht es nicht nur musikalisch in die Vollen sondern auch textlich haben wir hier eine ziemlich coole und mystische Geschichte, die ich euch kurz erzählen möchte. Die "Isla De Las Muñecas" ist eine Insel in Mexiko, in deren Bäume viele verstümmelte Spielzeugpuppen hängen. Diese Puppen wurden aufgehängt um den Geist eines Mädchens zu vertreiben, das nahe der Insel ertrunken ist. Googelt es mal, ist wirklich eine tolle Story, zu der man auch einige beängstigende Bilder findet. Verzerrte Gitarren, ruhiges Schlagzeug und Gänsehautstimmung stehen hier in der ersten Reihe, dazu der fast gesprochene Gesang und der Horrorpunk- Liebhaber hat seinen neuen Lieblingssong des Jahres. Der Refrain ist so gruselig arrangiert und tonal ein absoluter Hingucker. Alles richtig gemacht, sowas hört man gerne! Die recht mystische Stimmung wird auch mit dem folgenden German Angst nicht gebrochen, auch wenn es hier wieder härter und treibender vorangeht ohne zu sehr in die metallische Schiene abzurutschen.

Die zweite Hälfte des Albums unterscheidet sich nicht großartig von der ersten, immer wieder werden altbewährte Akzente wunderbar in Szene gesetzt, wie in Screams In The Black Hole oder The Price You Pay, die einfach von vorne bis hinten durchknallen und den bezeichnenden Charakter des Horrorpunks schön nach vorne schieben. Etwas gewöhnungsbedürftig geht dann die Strophe von Funeral March an den Start, wo der Sprechgesang eine ganz besondere Rolle spielt. Aber man soll sich ja immer mal wieder ausprobieren und es soll ja auch nicht alles immer gleich klingen. Mit Orgeln und Glocken im Hintergrund reißt der Refrain dann alles wieder in die gewohnte Stimmung und hinterlässt ein recht merkwüriges Gefühl. Aber sowas wünscht man sich natürlich auch im Horror-Genre. Es wird gerockt, es wird getanzt und dann ist auch schon der Ender mit dem schlichten Namen Mephisto an der Reihe, der kreischend und metallisch ein geniales Ende einleitet. Während der Pre-Chorus sphärisch herunterfährt kommt im Refrain die Midtempo-Stimmung groß arrangiert voll zur Geltung und die immer wiederkehrenden Vocals "Mephisto! Call my name!" sind direkt mitsingbar. Na dann hoffen wir doch mal, dass der der Leibhaftige dabei nicht irgendwann vor der Tür steht. Dazu noch ein großartiger orchestraler Ausklang um Fear Itself das Sahnehäubchen aufzusetzen. Nach 48 Minuten ist der Spuk dann leider schon vorbei. Aber die Repeat-Taste dürfte bei jedem Einzelnen schon gedrückt sein!

Was soll ich noch groß sagen? The Other haben es wieder einmal geschafft sich selbst die Krone der deutschen Horrorpunker aufzusetzen und stehen den Vorbildern wie Misfits absolut in nichts nach. Auch nach dreizehn Jahren Bandgeschichte verstehen es die Jungs immer noch einen Schritt weiterzugehen ohne sich dabei komplett neu zu erfinden. Fear Itself ist ein klasse Album und eines der besten, das ich dieses Jahr bisher hören durfte. Horrorpunks aufgepasst, diesen Leckerbissen solltet ihr euch nicht entgehen lassen. Noch heftiger, noch mystischer und Ideenreichtum ohne Ende stehen auf der Speisekarte und lassen keinen Wunsch offen. Genial!

Anspieltipps:
Bloodsucker
Doll Island - Isla De Las Muñecas
Mephisto

Tracklist
01. Fear Itself
02. Nie Mehr
03. Bloodsucker
04. Black Sails Against A Midnight Sky
05. Dreaming Of The Devil
06. Doll Island - Isla De Las Muñecas
07. German Angst
08. Screams In The Black Hole
09. In The Dark
10. The Price You Pay
11. Funeral March
12. Animal Instinct
13. Rise
14. Mephisto

Veröffentlichung:18.06.2015
Stil: Horrorpunk
Label: Steamhammer/SPV
Website: www.theother.de
Facebook: www.facebook.com/theotherhorrorpunk

Cover

18.06.2015 by HerInfernalMajesty

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