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Jeri Smith-Ready: Die Seelenwächterin

Als Kind litt Rhia unter einem mysteriösen Muskelschwund, den sie gerade noch überlebte. Doch schon damals wurde klar, dass sie bei Krähe - dem Geist des Todes - in besonderer Gunst steht. So kommt es dann auch, dass sie von ihm erwählt wird, eine der wenigen zu sein, die in seinem Totem wandeln dürfen. Ihre Gabe ist aber auch eine Last. Rhias Aufgabe ist es von nun an, die verstorbenen ins Jenseits zu geleiten. Mehr noch - Sie kann erkennen, wer dem Tode geweiht ist. Im Schatten eines bevorstehenden Krieges, der ihr Land bedroht, ist dies eine Belastung, welche die junge Frau womöglich kaum zu stemmen vermag.

Die Seelenwächterin ist der erste Teil einer Buchreihe namens Im Zeichen der Krähe, verfasst von der US-Autorin Jeri Smith-Reading, erschienen im Mira Taschenbuch-Verlag und ist mir zu Rezensionszwecken mehr oder weniger in die Hände gefallen.
Tatsächlich muss ich sagen, dass ich rein intuitiv wohl eher nicht nach diesem Buch gegriffen hätte, wäre nicht gerade der generelle Wunsch nach neuer Fantasy-Literatur vorhanden gewesen und einfach auch mal der Drang danach, abseits dessen zu schmökern, was auf Anhieb meine persönlichen Präferenzen entspricht. "Krähe" und "Seele" schienen mir einfach sehr esoterisch, aber man ist ja aufgeschlossen.

Die ersten paar Seiten von Die Seelenwächterin wirkten dann allerdings tatsächlich auch sehr schwer und abgehoben. Von Rhias Krankheit als Kind wird erzählt, von ihrem geliebten Hund, der beinahe gestorben wäre, aber dann doch noch lange lebte, nachdem das kleine Mädchen seiner Mama gesagt hat, dass dies passieren würde. Insgesamt ein sehr zäher Einstieg, der wenig Aufschluss darüber gibt, in was für einer Welt sich das ganze abspielt und auch sonst nicht zwingend zum weiterlesen einlädt.

Danach aber nimmt eine wirklich gute Geschichte ihren Lauf. Rhia lebt in einem Volk, das sehr naturverbunden ist und aus verschiedenen Dörfern (also Lebensgemeinschaften von mehreren hundert bist tausend Menschen) besteht. Ihre eigene Heimat, Asermos, ist dabei vergleichsweise fortschrittlich und betreibt Ackerbau und Tierzucht, während zum Beispiel das Dorf Kalindos eher einem Dschungelstamm gleicht. Dort leben die Menschen in Baumhäusern und ernähren sich vor allem von der Jagd und den Früchten des Waldes. Allen gemein ist dabei der Glaube an die Geister, welche allesamt Tier-Totems sind. Jeder Mensch wird von einem solchen Totem erwählt, welches ihm besondere Gaben spendet. So sind z.B. Otter-Menschen gute Heiler, während Falken gebohrene Anführer sind und Wölfe sich als Jäger hervor tun - Alles inklusive spezieller magischer Fähigkeiten.

Bedroht wird dieses kleine Reich von den "Nachfahren", Emigranten, die sich dem Volk von Rhia und den Geistern abgewandt haben und seit vielen, vielen Jahren ihre eigene Kultur mit menschlichen Göttern aufbauen. In der Beschreibung erinnern diese ein wenig an die alten Römer, während die Geister-verbundenen Stämme eine gewisse Nähe zu Kelten und Germanen aufweisen. Das alles aber natürlich in einer fiktiven, nicht näher bezeichneten Welt.

Innerhalb dieses Umfelds wird vor allem Rhias Adoleszenz beschrieben, ihre ersten Erfahrungen mit Sexualität, Liebe, Selbsterkenntnis und Reife. Die Seelenwächterin ist also weniger ein typisches Fantasy-Buch, in dem viel Blut fließt und ansonsten wenig passiert, sondern eine Geschichte um eine junge Frau, die zu sich selbst findet. Das setzt Autorin Jeri Smith-Ready unterhaltsam und gelungen um und beschert so ein interessantes, weder zu schweres, noch zu oberflächliches Lesevergnügen, das Lust auf die Fortsetzungen macht.
Über minimale Ungereimtheiten in der Logik und Story lässt sich da auch ohne weiteres hinweg sehen. Zu empfehlen ist allerdings wirklich, sich nicht vom ersten Kapitel abschrecken zu lassen, sondern dem ganzen Raum zur Entfaltung zu geben.

Veröffentlicht: Februar 2012
Verlag: Mira Taschenbuch
Umfang: 464 Seiten
Preis: 8,99 Euro (Taschenbuch)
ISBN: 978-3-89941-975-7

Cover

06.03.2012 by Otti

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